Hallo meine Lieben, heute melde ich mich mal wieder aus der Versenkung. Auf Instagram hatte ich letzte Woche einen Post zu meiner Ernährung gebracht und da das Thema Veganismus bei euch auf großes Interesse gestoßen zu sein scheint hab euch mir überlegt heute auch einen Blogpost und um das Thema zu bringen.

Vorab möchte ich festhalten, dass die Ernährung etwas sehr Individuelles ist und ich niemandem meinen Ernährungsstil aufzwängen möchte und auch niemanden verurteile, der für sich andere Entscheidungen trifft. Der Post dient dazu, meinen Gedankengang nachvollziehbar für andere zu machen, warum ich so lebe, wie ich es tue und anderen, die die gleiche Entscheidung für ihr Leben treffen meine Tipps und Erfahrungen zu berichten.

Aber fangen wir erstmal an, ich bin jetzt schon seit zwei Jahren Vegetarier und das erste halbe Jahr war ich sogar Veganer. Wie bin ich eigentlich darauf gekommen?

Irgendwie gab es schon lange die Idee in meinem Kopf, dass ich eigentlich nicht möchte, dass ein Tier für mich stirbt. Ich hatte das Gefühl ich kaufe Fleisch von Tieren die weder gelebt haben noch glücklich waren und, dass sie nur aus dem Grund geboren werden um für mich zu sterben. Das hat mir auf Dauer ein ganz schön schlechtes Gewissen gemacht und ich musste immer daran denken wenn ich Fleisch gegessen habe. Vor allem beim Essen von Jungtieren wie Kälbern, Lämmer, oder Ferkeln, (was ich schon zu einem früheren Zeitpunkt gar nicht mehr ertragen konnte) kam dann zusätzlich die Überlegung, wie ich das finden würde, wenn eine höher entwickelte Spezies meine Babys essen würde?

Zu allem Überfluss hatte dann eine bekannte Bloggerin der ich schon lange gefolgt bin, ein grausames Video mit einer in Deutschland legalen Schlachtmethode online gestellt und danach war es für mich klar. Als meine Eltern dann zwei Wochen im Urlaub waren und ich jeden Tag nur für mich kochen musste, habe ich mich dem Experiment angenommen, habe meine Hausärztein aufgesucht und erfragt ob ich etwas beachten müsse und mich zwei Wochen völlig vegan ernährt. Wie mir die Ärztin empfohlen hatte besorgte ich mir Vitamin B12 Tabletten und nahm jeden Abend eine. (Hab mir die ganz normalen aus dem Supermarkt geholt, ihr findet dieselben auch in der Drogerie). Ich möchte wirklich nicht übertreiben aber nach diesen zwei Wochen habe ich mich so rein gefühlt wie noch nie, mein schlechtes Gewissen hat sich in Rauch aufgelöst und ich war viel verbundener mit meinem Körper. Dazu kam sicherlich auch, dass ich eine ganze Menge Yoga gemacht habe und 5 Kg in zwei Monaten abnahm. Ich habe mich geliebt und das war die beste Form die ich jeh hatte. Nicht weil ich besonders dünn oder leicht war, sondern weil mein Körper sich zu jeder Tageszeit gut angefühlt hat.

Ich selber war also völlig zufrieden mit dieser Entscheidung aber natürlich konnte ich mein Umfeld nicht direkt von der Idee überzeugen. In diesen zwei Wochen des Austesten hatte ich schon so gut wie alle meine Freunde hier und da mal zu mir zum Essen eingeladen und ihnen erzählt was ich zurzeit ausprobiere und was für Gedanken mir durch den Kopf gingen naja und was soll ich sagen? Richtige Freunde haben Verständnis und lieben einen sowieso. Alle fanden es sei eine gute Idee und haben es von Anfang an unterstützt und in einem so hohen Maße respektiert wie ich es niemals erwartet hätte. An meinem kurz darauffolgenden Geburtstag habe ich beispielsweise vegane (viel zu leckerer) Brownies bekommen und war so überrascht, dass sich direkt alle so bemühten meiner neuen Einstellung gerecht zu werden.

Ich bin wirklich dankbar so tolle Freunde zu haben! Sowas gibt einem einfach das Selbstvertrauen, dass man braucht um neue Dinge zu wagen!

In meinem familiären Umfeld sah das Ganze etwas anders aus. Meine Eltern und auch ein Teil meiner Großeltern fanden die Idee nicht sonderlich sinnvoll und ich musste mir oft einige Sprüche anhören. Dieser Umstand konnte mich allerdings nicht von meinem Weg abbringen. Ich denke mir manchmal, wenn wir alles immer wie unsere Vorfahren machen würden, dann würden wir jetzt noch im Mittelalter stecken und dahin möchte ich wirklich nicht zurück 😉 (ich hoffe ihr versteht dieses kleine Augenzwinkern). Mittlerweile haben sich aber alle damit abgefunden und die Sprüche kann ich gut ausblenden. Letztlich haben sich einige meiner Freunde auch entschieden diesen Weg einzuschlagen, da sie (auch schon vor mir) dieselben Gedanken hatten und der wissenschaftlichen Strömung folgen, das Fleisch nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist. (Wer sich mit dem Thema beschäftigen möchte dem kann ich einen Blick auf die Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft empfehlen oder für etwas mehr Unterhaltungssuchende das YouTube Video „Was wäre, wenn wir alle vegan Leben würden?“ von Galileo.)

So jetzt habe ich hier schon ganz schön was zusammen geschrieben, im Folgenden fasse ich mich etwas kürzer. Kommen wir zu dem Punkt, warum ich jetzt „nur noch“ eine Vegetarierin bin. Natürlich konnte ich, wie ich eben schon ausgeführt habe mein Umfeld nicht dazu bringen vegan zu kochen, weswegen ich oft nicht mitgegessen und dadurch auch insgesamt nur noch sehr wenig gegessen habe. Das führte letztlich dazu, dass ich zu dünn wurde und ständig hungrig war. Also habe ich den Veganismus auf Eis gelegt. Wenn ich (hoffentlich dieses Jahr noch) mit meinem Freund zusammenziehe, der glücklicherweise genauso denkt wie ich, werde ich aber wieder zu einer 100% Veganerin und um ehrlich zu sein kann ich es kaum erwarten.

Jetzt zu meinen kleinen Tipps, wie man einfach, lecker und vor allem gesund kocht ohne tierische Produkte. Tatsächlich gibt es für das Meiste schon lange Ersatzprodukte, die uns aber meistens aus Gewohnheit nicht auffallen. In Soßen benutzen wir oft Sahne oder Frischkäse als Geschmacksträger, genauso gut eignet sich hier aber Kokosnussmilch aus Dosen. Für mich war der Brotaufstrich am Anfang ein echtes Problem, da ich Käse liebe! Hier gibt es aber beispielsweise Frischkäse aus Mandelmilch und auch andere vegane Käsesorten. Außerdem gibt es einige Brotaufstriche aus Gemüse beispielweise im Biomarkt oder Humus, den es mittlerweile auch in super vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen überall zu kaufen gibt. Als direkten Fleischersatz kann ich natürlich Tofu empfehlen, den man auch super lecker in Sojasoße einlegen kann & für alle Grillfans testet unbedingt die Burger von Beyond Meat (gibt es bei Lidl), so lecker habe ich selten Burger gegessen. Ihr merkt sicherlich schon, ich bin kein Koch aber mit etwas Kreativität und Internetrezepten bekommt man alles hin, wenn man es möchte.

Zum Schluss möchte ich noch meinen aktuellen Gesundheitsstand durchgeben, beim Blutspenden vor einem Monat sahen meine Blutwerte überdurchschnittliche gut für eine Frau in meinem Alter aus (ich bin 23 Jahre jung), nur meine B12 Tabletten sollte ich noch regelmäßiger nehmen (hab es ehrlich gesagt auch total vernachlässigt) aber das war auch nur eine Tendenz und kein Mangel. Ich bin selten Krank, habe so gut wie keine Heißhungerattacken und vermisse Fleisch nicht.

Ich hoffe mein doch sehr langer Post hat euch gefallen und konnte euch inspirieren oder zumindest eure Fragen klären, wie ich dazu gekommen bin. Für Fragen oder Anmerkungen könnt ihr mir gerne auf Instagram schreiben (Kims.fashionable.life). Ich wünsche euch noch einen ganz zauberhaften Abend, danke für euren ganzen Support!

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